{"id":765,"date":"2012-09-15T03:52:32","date_gmt":"2012-09-15T01:52:32","guid":{"rendered":"http:\/\/afk-lembach.at\/neustift\/?p=765"},"modified":"2012-09-15T03:52:32","modified_gmt":"2012-09-15T01:52:32","slug":"landesrechnungshof-spielt-mit-dem-freiwilligensystem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/afk-lembach.at\/neustift\/2012\/09\/15\/landesrechnungshof-spielt-mit-dem-freiwilligensystem\/","title":{"rendered":"Landesrechnungshof spielt mit dem Freiwilligensystem"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eWir haben uns auf die Beratungskompetenz des LRH eingelassen und uns fundierte Empfehlungen erwartet.\u00a0 Die Entt\u00e4uschung ist gro\u00df!\u201c, sagt Landesfeuerwehrkommandant Dr. Wolfgang Kronsteiner zum heute ver\u00f6ffentlichten Bericht des LRH zum Stand der Feuerwehrreform.<\/strong><strong><\/strong><\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>\u201eDer Rechnungshof unterbreitet Vorschl\u00e4ge, die das freiwillige Feuerwehrsystem da und dort in seinen Grundz\u00fcgen verkennt und nimmt gleichzeitig kaum Bezug auf die Vorschl\u00e4ge k\u00fcnftiger Spezialisierungen und Optimierungen\u201c, \u00e4rgert sich Kronsteiner. So erscheint der Vorschlag, dass Feuerwehren nur mehr als Katastrophenwehren bzw. zu Unterst\u00fctzungsleistungen herangezogen werden sollten, mehr als realit\u00e4tsfremd. \u201eWie Menschen f\u00fcr die ehrenamtliche Mitarbeit in der Feuerwehr motiviert werden sollen, wenn sie keinen Feuerwehrauftrag mehr haben, das kann doch den Menschen niemand erkl\u00e4ren\u201c, distanziert sich Kronsteiner von den Positionen des Rechnungshofes. Das vom Landesfeuerwehrverband propagierte und st\u00e4ndig weiterentwickelte System von Spezialaufgaben, erg\u00e4nzend zum Grundauftrag ist hingegen ein jahrzehntelang bew\u00e4hrtes System und sollte nach Ansicht des Landesfeuerwehrkommandanten weiter ausgebaut werden (Atemschutz, Schlauchmanagement, Einsatzunterst\u00fctzung, Pr\u00e4ventionsdienste). \u201eLeider setzt sich der Landesrechnungshof damit nicht auseinander sondern schl\u00e4gt ein realit\u00e4tsfremdes, die Praxis nicht beachtendes System vor, zu dem es keinerlei Erfahrungen gibt und das undurchdacht ist\u201c, zeigt sich Kronsteiner entt\u00e4uscht.<\/p>\n<p>Generell geht der LRH in keinster Weise auf die bereits eingeleiteten Ma\u00dfnahmen und unterbreiteten Vorschl\u00e4ge ein. So setzt die strategische Ausrichtung des Landesverbandes auf eine verpflichtende Gefahrenabwehr- und Entwicklungsplanung mit all ihren Elementen der Qualit\u00e4ts- und Entwicklungssicherung, auf die St\u00e4rkung der Bedarfsorientierung in der\u00a0 Ausstattungsplanung durch Ver\u00e4nderung der Brandbek\u00e4mpfungsverordnung, erleichterte M\u00f6glichkeiten der Pflichtbereichsanpassung bei taktischer Notwendigkeit, die Konzentration auf Basismindestausstattung, flexible Fahrzeugausstattung im Bereich bis 5,5 Tonnen, Mitgliedersicherung durch intensive Bewusstseinsbildung schon von klein auf. Die Liste lie\u00dfe sich noch um viele Punkte erweitern!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWir haben in zahlreichen Workshops, in Ausbildungsveranstaltungen und \u00fcber Befragungen genau das getan, was ein Freiwilligensystem braucht; wir haben die gefragt, die das System ausmachen und in Zukunft auch gestalten und mit Leben erf\u00fcllen m\u00fcssen\u201c, erkl\u00e4rt Kronsteiner. \u201eViele praktische Ideen, k\u00fcnftige Herausforderungen und L\u00f6sungsnotwendigkeiten aus der Praxis haben wir aufgegriffen und versucht in ein auch real umsetzbares und tragbares Zukunftsmodell zu verpacken.\u201c<\/p>\n<p>Auf dem Weg zu den Ergebnissen wurden zahlreiche Projekte bereits gestartet bzw. umgesetzt.<\/p>\n<ul>\n<li>Ein neues ober\u00f6sterreichweites Informationssystem bringt seit Ende 2011 noch mehr Information, Steuerungs- und Evaluierungsdaten.<\/li>\n<li>Die im Fr\u00fchjahr ver\u00f6ffentlichte Studie der Wirtschaftsuniversit\u00e4t Wien zeigt erstmals alle Wirkungsdimensionen des Feuerwehrwesens auf und erlaubt Verwaltung und Politik wahrhaft wirkungsorientierten Zugang zu Feuerwehrfragen.<\/li>\n<li>Das Projekt GEMEINSAM.SICHER.FEUERWEHR wird Brand- und Katastrophenschutzerziehung vom Kindergarten bis in die AHS \u00f6sterreichweit erstmals strukturiert, p\u00e4dagogisch aufbereitet und mit Unterlagen versehen unterst\u00fctzen. Anfang 2013 gehen die ersten Module in den Echteinsatz.<\/li>\n<li>Neue Wege in der Jugendbetreuung starten im November.<\/li>\n<li>Die Neuausrichtung des F\u00f6rder- und Beihilfenwesens wird gerade aufgearbeitet.<\/li>\n<li>Nach der generellen Alarmplanneugestaltung ist soeben die Umsetzung der Autobahnalarmpl\u00e4ne in die Endphase gegangen. Die Eins\u00e4tze auf den Autobahnen werden \u00fcber Bereitschaftsr\u00e4ume, ausgekl\u00fcgelte Alarmierungsstufen und Standortnutzung optimiert.<\/li>\n<li>Pilotprojekte zu weiteren Spezialisierungsthemen (wie Atemschutzger\u00e4tewartung) laufen und werden im Herbst evaluiert.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alle Projekte haben strategische Bedeutung und zeichnen sehr wohl eine neues Zukunftsbild, allerdings auf realistischer Basis.<\/p>\n<p>\u201e92.000 Feuerwehrfrauen und \u2013m\u00e4nner in Ober\u00f6sterreich haben gehofft, vom Landesrechnungshof zus\u00e4tzliche Orientierung in einer das Freiwilligenwesen ernsthaft ber\u00fccksichtigenden Art und Weise zu bekommen, sie sind aber letztlich entt\u00e4uscht worden\u201c, bringt Kronsteiner die Reaktionen auf den nun vorliegenden Endbericht des Landesrechnungshofes auf den Punkt.<\/p>\n<p>Wenn der LRH davon spricht, sich um eine m\u00f6glichst kosteneffiziente Basisversorgung bem\u00fchen zu m\u00fcssen, dann bleibt er Ideen schuldig an denen man sich orientieren k\u00f6nnte. Die Ereignisse der vergangenen Monate haben gezeigt welcher Hilfebedarf kurzfristig entsteht und dass ihn das bestehende System erf\u00fcllen kann. \u201eEine Reduktion dieser Versorgung ist nichts anderes als eine Leistungsverringerung. Wenn das gewollt ist, dann muss man das offen sagen und nicht in einem Rechnungshofbericht zwischen den Zeilen verstecken\u201c, sagt Kronsteiner.<\/p>\n<p>\u201eEs ist f\u00fcr uns letztlich nicht nachvollziehbar, dass der LRH die st\u00e4ndige, f\u00fcr jeden tats\u00e4chlich Betroffenen sp\u00fcrbare, oft lebensrettende Verbesserung der Einsatzqualit\u00e4t nicht als Ergebnis schlagkraftorientierter Entwicklung sieht. Die geplante Gefahrenabwehr- und Entwicklungsplanung wird genau die vom LRH geforderte Planungs- und Evaluierungsfunktion erf\u00fcllen und damit die Outputorientierung in den Mittelpunkt stellen.\u201c<\/p>\n<p>Fakt ist, dass der Landesrechnungshof ein Abgehen von der Selbstbestimmung und Selbstverwaltung anregt. \u201eHier ist die Grenze f\u00fcr uns erreicht, denn da geht es um tragende S\u00e4ulen unseres freiwilligen Feuerwehrsystems\u201c, erkl\u00e4rt Kronsteiner abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWir haben uns auf die Beratungskompetenz des LRH eingelassen und uns fundierte Empfehlungen erwartet.\u00a0 Die Entt\u00e4uschung ist gro\u00df!\u201c, sagt Landesfeuerwehrkommandant Dr. Wolfgang Kronsteiner zum heute ver\u00f6ffentlichten Bericht des LRH zum Stand der Feuerwehrreform. \u201eDer Rechnungshof unterbreitet Vorschl\u00e4ge, die das freiwillige Feuerwehrsystem da und dort in seinen Grundz\u00fcgen verkennt und nimmt gleichzeitig kaum Bezug auf die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false},"version":2}},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-765","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p35J5s-cl","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/neustift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/765"}],"collection":[{"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/neustift\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/neustift\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/neustift\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/neustift\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=765"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/neustift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/765\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":769,"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/neustift\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/765\/revisions\/769"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/neustift\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=765"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/neustift\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=765"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/neustift\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=765"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}