{"id":946,"date":"2013-06-02T06:56:09","date_gmt":"2013-06-02T04:56:09","guid":{"rendered":"http:\/\/afk-lembach.at\/rannariedl\/?p=946"},"modified":"2013-06-09T12:01:51","modified_gmt":"2013-06-09T10:01:51","slug":"hochwasser-an-der-donau-in-kramesau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/afk-lembach.at\/rannariedl\/2013\/06\/02\/hochwasser-an-der-donau-in-kramesau\/","title":{"rendered":"Hochwasser an der Donau in Kramesau"},"content":{"rendered":"<p>Heuer hat das Hochwasser die Donauanrainer der Gemeinde Neustift besonders schwer getroffen.<\/p>\n<p>Die Feuerwehren Rannariedl und Neustift waren in tagelangem Gro\u00dfeinsatz, um zu versuchen, die Sch\u00e4den dieser Naturkatastrophe zu minimieren, bzw. nach Abzug der Wassermassen die Hausbewohner bei den Aufr\u00e4umarbeiten zu unterst\u00fctzen sowie die Stra\u00dfe wieder passierbar zu machen.<\/p>\n<p>Hier ein chronologischer Bericht des Feuerwehreinsatzes der FF Rannariedl\u00a0in Kramesau\/Schattental:<\/p>\n<h3><span style=\"color: #000000;text-decoration: underline\"><strong>Sonntag, 02.06.2013:<\/strong> <\/span><\/h3>\n<p>Die Alarmierung erfolgte am Sonntag, 02.06.2013 kurz vor 07:00 Uhr.<\/p>\n<p>Bei Eintreffen in Kramesau war die Kramesauerstra\u00dfe von der Rannam\u00fchle bis zur Staatsgrenze bereits nicht mehr befahrbar.<br \/>\nDie H\u00e4user in Schattental und auch donauaufw\u00e4rts zur Grenze waren nur mehr mit dem Boot oder \u00fcber die Wiese bzw. diverse Donausteige erreichbar.<\/p>\n<p>Es wurde sofort mit dem F\u00fcllen weiterer Sands\u00e4cke begonnen, die dann mit dem A-Boot der FF Niederranna zu den betroffenen H\u00e4usern gebracht wurden, ebenso wie die gesamte ben\u00f6tigte Ausr\u00fcstung (Pumpen, Notstromaggregate, Treibstoff, \u2026) und Personal.<br \/>\nMit den Sands\u00e4cken wurden die bereits vorher errichteten Schutzw\u00e4nde fortlaufend erweitert. Es wurden s\u00e4mtliche in den beiden Feuerwehren und einigen Feuerwehren rundherum verf\u00fcgbaren Sands\u00e4cke bef\u00fcllt und verbaut.<\/p>\n<p>Gleichzeitig wurde durch Auspumpen des durchsickernden Wassers der Wasserstand in den H\u00e4usern so niedrig wie m\u00f6glich gehalten.<\/p>\n<p>Bereits am Sonntagabend kam uns die FF Neustift beim F\u00fcllen und Transport der Sands\u00e4cke zu Hilfe.<\/p>\n<p>Zu dieser Zeit musste das A-Boot der FF Niederranna die Transportfahrten wegen der zu gro\u00dfen Gefahr einstellen.<br \/>\nAb nun mussten Sands\u00e4cke, Pumpen und sonstiges Material und Ausr\u00fcstung teils m\u00fchsam \u00fcber die Wiese oder \u00fcber diverse Donausteige zu den betroffenen H\u00e4usern gebracht werden.<\/p>\n<p>Da die Prognosen \u201edeutlich unter der Marke von 2002\u201c lauteten, war zu erwarten, dass mit diesen Ma\u00dfnahmen der notwendige Schutz gew\u00e4hrleistet war.<\/p>\n<p>Diese Marke war jedoch bereits am sp\u00e4ten Sonntagabend \u00fcberschritten und so konnten die errichteten Schutzw\u00e4nde das Wasser nicht mehr zur\u00fcckhalten bzw. es wurde durch Boden und W\u00e4nde derart massiv in die Keller gedr\u00fcckt, dass die Pumpen die Wassermassen w\u00e4hrend der Nacht nicht mehr bew\u00e4ltigen konnten. Zahlreiche Keller bzw. Erdgeschosse wurden in der Nacht vom Wasser \u00fcberflutet. Auch die Rannariedler Stra\u00dfe wurde im Bereich Rannam\u00fchle \u00fcberflutet und zwischen Niederranna und Dorf gesperrt. Zahlreiche Kameraden der FF Rannariedl waren auch\u00a0die Nacht \u00fcber im Einsatz.<\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline\"><strong>Montag, 03.06.2013<\/strong> <\/span><\/h3>\n<p>Ab Montag Fr\u00fch wurde mit allen verf\u00fcgbaren Feuerwehrm\u00e4nnern der Feuerwehren Rannariedl und Neustift sowie zahlreichen freiwilligen Helfern weiter gegen die Fluten angek\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Teilweise wurde versucht, H\u00e4user (z.T. das obere Stockwerk) mit Sands\u00e4cken zu sichern, teilweise wurden die Hausbewohner beim R\u00e4umen der von den Fluten bedrohten R\u00e4ume unterst\u00fctzt und mit allen aufzutreibenden Pumpen versucht, den Wasserstand in den H\u00e4usern so niedrig wie m\u00f6glich zu halten.<\/p>\n<p>Der Pegelstand von 2002 war bereits am Morgen weit \u00fcberschritten, das Wasser stieg immer noch an, die Prognosen versprachen keine Beruhigung in den n\u00e4chsten Stunden.<\/p>\n<p>Gegen Mittag wurde zur Gewissheit, dass auch das Kraftwerk Ranna in Kramesau sowie das Umspannwerk, \u00fcber das die Stromversorgung f\u00fcr gro\u00dfe Teile des Bezirkes Rohrbach bis nach Bad Leonfelden flie\u00dft, gef\u00e4hrdet ist.<\/p>\n<p>Am Nachmittag machten sich Bezirkshauptfrau Dr. Wilbirg Mitterlehner und Bezirkskommandant Sepp Br\u00f6derbauer pers\u00f6nlich ein Bild von der Lage in Kramesau.<\/p>\n<p>Mit allen verf\u00fcgbaren Mitteln (Pfosten, Sands\u00e4cke, Plastikplanen, Bretter) wurden rund um das Kraftwerksareal mit Hochdruck Schutzw\u00e4nde errichtet.<br \/>\nMehrere Tausend Sands\u00e4cke wurden von \u00fcberall herbeigeholt und vor Ort im Akkord bef\u00fcllt und verbaut.<\/p>\n<p>Gleichzeitig wurde mit allen verf\u00fcgbaren Pumpen das bereits in die unterirdischen R\u00e4ume eindringende Wasser weggepumpt.<\/p>\n<p>S\u00e4mtliches Material, Ausr\u00fcstung und Personal, musste \u00fcber den engen, steilen und kurvigen und G\u00fcterweg Kramesau zum Kraftwerk Ranna transportiert werden.<\/p>\n<p>Gegen Abend wurden die Feuerwehren Lembach, Putzleinsdorf und Pfarrkirchen um Unterst\u00fctzung gebeten und kamen mit\u00a0ca. 40 Mann zu Hilfe bzw.\u00a0entlasteten die\u00a0seit Sonntag fr\u00fch im Einsatz stehenden Feuerwehren Rannariedl und Neustift in den Nachtstunden.<\/p>\n<p>Am Montag waren ca. 100 Feuerwehrm\u00e4nner im Einsatz.<\/p>\n<p>Gegen Mitternacht erreichte der Pegel den H\u00f6chststand.<\/p>\n<p>Kraftwerk und Umspannwerk konnten durch\u00a0den unerm\u00fcdlichen\u00a0Einsatz vor einer \u00dcberflutung und damit vor schweren Sch\u00e4den bzw. einem Totalausfall bewahrt werden.<\/p>\n<p>Leider gelang dies bei zahlreichen tiefergelegenen H\u00e4usern nicht. Teilweise stand das Wasser sogar im Obergescho\u00df bis zu\u00a030 cm hoch.<\/p>\n<h3>Dienstag, 04.06.2013<\/h3>\n<p>Bis Dienstag fr\u00fch war der Wasserstand um ca. 1 Meter zur\u00fcckgegangen, die Schutzw\u00e4nde wurden bereits in den fr\u00fchen Morgenstunden und am Vormittag wieder abgebaut, die meisten Sands\u00e4cke wieder geleert.<\/p>\n<p>In der Fr\u00fch wurde von der FF Rannariedl und FF Neustift damit begonnen, die \u00fcberfluteten Keller auszupumpen, die zum Gro\u00dfteil durch Wasser und Schlamm zerst\u00f6rten Einrichtungsgegenst\u00e4nde, B\u00f6den und sonstige Sachen hinaus zu r\u00e4umen und gleich anschlie\u00dfend die R\u00e4ume von der zentimeterdicken Schlammschicht zu reinigen, bevor dieser eintrocknet, dadurch betonhart und noch schwieriger zu entfernen wird.<\/p>\n<p>Es wurde auch begonnen, den Schlamm teilweise aus den G\u00e4rten und Hauszufahrten wegzuschaffen.<\/p>\n<p>Am Abend waren zahlreiche H\u00e4user so vom gr\u00f6bsten Schmutz ges\u00e4ubert.<\/p>\n<h3>Mittwoch, 05.06.2013:<\/h3>\n<p>Ab Mittwoch Fr\u00fch wurde die Reinigung der H\u00e4user fortgesetzt.<\/p>\n<p>Da die Kramesauer Stra\u00dfe immer noch fast einen Meter \u00fcberflutet war, konnte mit der R\u00e4umung noch nicht begonnen werden.<\/p>\n<p>An diesem Tag wurden weitere Keller, G\u00e4rten und Hauszufahrten vom Schlamm gereinigt.<\/p>\n<h3>Donnerstag, 06.06.2013:<\/h3>\n<p>Auch die Kameraden der FF Niederkappel unterst\u00fctzten uns am Donnerstag beim Reinigen der restlichen H\u00e4user.<\/p>\n<p>Am Abend waren die groben Aufr\u00e4umarbeiten weitgehend abgeschlossen. Der Wasserstand der Donau sank an diesem Tag nur ganz wenig.<\/p>\n<p>Die Rannariedler Stra\u00dfe wurde\u00a0bis zum Abend vom Schlamm befreit und ist seither wieder durchgehend befahrbar.<\/p>\n<p>Die Kramesauer Stra\u00dfe war am Abend noch ca. 30-40 cm \u00fcberflutet. Es wurde teilweise bereits begonnen, den zum Teil fast einen Meter hoch liegenden Schlamm mit Radladern zu entfernen, damit die Stra\u00dfe in den n\u00e4chsten Tagen gereinigt werden kann.<\/p>\n<h3>Freitag, 07.06.2013:<\/h3>\n<p>Die Stra\u00dfe war immer noch \u00fcberflutet, so dass noch nicht mit der Reinigung begonnen werden konnte.<\/p>\n<h3>Samstag, 08.06.2013:<\/h3>\n<p>In der Fr\u00fch war der Wasserstand so weit gesunken, dass mit der R\u00e4umung und Reinigung der Stra\u00dfe nach Kramesau begonnen werden konnte.<br \/>\nUnter anderem mit\u00a0zwei Radladern und mehrere Baggern wurde der\u00a0\u00a0Schlamm von der Stra\u00dfe ger\u00e4umt.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wurde mit mehreren G\u00fcllef\u00e4ssern und Feuerwehrpumpen der restliche Schlamm von der Stra\u00dfe gewaschen.<br \/>\nDas Ganze auf einer L\u00e4nge von ca. 5-6 km.<\/p>\n<p>Nun musste noch bis in die Abendstunden\u00a0die total verschmutzte Ausr\u00fcstung gereinigt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>DANKE an die Kameraden der umliegenden Feuerwehren Niederranna, Lembach, Putzleinsdorf, Pfarrkirchen und Niederkappel, die uns so tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt haben, sowie an die vielen freiwilligen Helfer.<\/p>\n<p>DANKE auch an all jene, die uns mit Essen und Trinken versorgt haben bzw. die finanzielle Unterst\u00fctzung geleistet haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Wichtigste:<br \/>\nEs gab bei all diesen Eins\u00e4tzen au\u00dfer\u00a0kleineren Blessuren keine schwereren Verletzungen, alle Kameraden kamen nach den Eins\u00e4tzen stets m\u00fcde aber gesund und unverletzt\u00a0 wieder heim.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>FF Rannariedl<\/p>\n<p>hier ein paar Bilder:ngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heuer hat das Hochwasser die Donauanrainer der Gemeinde Neustift besonders schwer getroffen. Die Feuerwehren Rannariedl und Neustift waren in tagelangem Gro\u00dfeinsatz, um zu versuchen, die Sch\u00e4den dieser Naturkatastrophe zu minimieren, bzw. nach Abzug der Wassermassen die Hausbewohner bei den Aufr\u00e4umarbeiten zu unterst\u00fctzen sowie die Stra\u00dfe wieder passierbar zu machen. Hier ein chronologischer Bericht des Feuerwehreinsatzes [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-946","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/rannariedl\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/946","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/rannariedl\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/rannariedl\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/rannariedl\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/rannariedl\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=946"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/rannariedl\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/946\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":949,"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/rannariedl\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/946\/revisions\/949"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/rannariedl\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=946"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/rannariedl\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=946"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/afk-lembach.at\/rannariedl\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=946"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}